Unsolved Mysteries – Die Welt des Unerklärlichen (Wien, 2001)

„Wenn die Alten so groß waren, solche Geschichten zu erfinden, sollten wir zumindest die Größe haben, daran zu glauben.“, sagte Goethe sinngemäß einmal zu Eckermann. Er bezog sich damit auf Legenden, die oft unsere einzige Brücke in Epochen sind, von denen uns dichte Nebel trennen. Es gibt jedoch mehr.

Menschen haben in lange vergangenen Zeiten Antworten gegeben auf Fragen, die wir erst wieder finden müssen, und Fragen gestellt, die immer noch einer Antwort harren. Es ist eine besondere Ironie, dass erst moderne Forschungsmethoden Funde möglich machen und wissenschaftliche Auseinandersetzungen nach sich ziehen, während eben diese moderne Wissenschaft Beweisbarkeit und Zweifel zu obersten Maximen erklärt und postuliert, dass nicht sein kann was nicht sein darf.  Die enormen Erfolge eines Däniken haben einem Bewusstsein, dass es mehr Dinge im Himmel und auf Erden gibt, als unsere Schulweisheit sich erträumt, wie Shakespeare dies schon seinen Hamlet sagen ließ, eine exzessive Breitenwirkung verliehen. Gleichzeitig haben diese Erfolge (und nachgewiesene „Kühnheiten“) allen Versuchen, über herkömmliche Theorien und Denkmuster hinaus zu gehen, nicht eben genützt.

5000 Jahre alte Funde legen kulturelle Verbindungen zwischen Japan, Südamerika, Afrika und Ägypten nahe, Objekte aus dem vorkolumbianischen Ecuador zeigen sich unter UV-Licht mit sensationellen Leuchteffekten, High-Tech und Arzneikunst der Steinzeit sind ebenso zu bewundern wie unentzifferte Schriften und nicht nachvollziehbares Wissen von den Sternen, natürlich finden sich Hinweise auf Besucher aus anderen Welten, „Götter in Raumanzügen“ (aber wer waren sie wirklich?) und Landepisten, die erst aus größer Höhe erkennbar werden (wer hier abschätzig lächelt, sollte erst recht die Ausstellung besuchen!), versteinerte Hände lassen über eine Neudatierung der Menschheitsgeschichte nachdenken: waren „wir“ schon vor 120 Millionen Jahren hier?

Ein besonderes Highlight ist die verschollen geglaubte Sammlung des südamerikanischen Salesianer-Paters Carlo Crespi, der Geschenke von Indios aus deren rätselhaften Urzeiten sammelte, die erstmalig ausgestellt wurde und bereits im Vorfeld für internationales Aufsehen beim Fachpublikum sorgten